Am 4. Februar trafen sich die Konsortialpartner*innen zum Austausch über den derzeitigen Stand der empirischen Erhebungen. Die Interviewsituation hat sich wegen der anhaltenden Corona-Pandemie jedoch für alle Partner als schwierig gestaltet. Alle am Empirie-Teil des Projektes beteiligten Parteien mussten wegen Reisebeschränkungen und sonstigen Vorsichtsmaßnahmen Telefoninterviews führen.

Das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) an der Universität Tübingen hat bisher 17 Interviews geführt und diese bereits teilweise codiert. Perspektivisch wird dieses Set an Interviews noch etwas ergänzt. Dabei hat das IZEW Akteur*innen auf verschiedenen Handlungsebenen, von lokalen Strukturen bis hin zur Bundesebene befragt, um ein möglichst breites Akteursspektrum abzubilden. Ein Ergebnis lässt sich dabei bereits ablesen: Die Befragten aus dem Katastrophenschutz brauchen eine regelmäßig aktualisierte Datenlage, die ihnen bisher nicht vorliegt. Bei Befragten aus der Pflege sei das Problem in erster Linie die mangelnde Zeit, um sich um Planungen für Krisensituationen zu kümmern.

Die Forscher*innen der Charié – Universitätsmedizin Berlin wollen mit ihren Interviews bestehende Wissenslücken über die Resilienz von ambulanten Strukturen in Katastrophen aufdecken. Acht Interviews mit Geschäftsführungen und Pflegedienstleitungen aus privaten und frei-gemeinnützigen Einrichtungen werden jetzt codiert und in Kategorien eingeteilt. Zudem konnte die im Dezember 2020 durchgeführte online-Erhebung “Pflege im Dunkeln? Befragung von Mitarbeitenden ambulanter Pflegedienste im Rahmen des Projektes AUPIK” erfolgreich abgeschlossen werden. Die wissenschaftliche Auswertung der erhobenen Daten findet derzeit statt.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat 15 Interviews mit DRK-Expert*innen aus dem Katastrophenschutz geführt, darunter sowohl ehren- als auch hauptamtliche Mitarbeitende. Die Interviewfragen bezogen sich auf Möglichkeiten und Grenzen des Katastrophenschutzes zur Unterstützung von zu Hause gepflegten Menschen und wie eine geplante Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten aussehen könnte. Die Interviews werden derzeit codiert, und darauf basierend werden Auswertungsberichte angefertigt. Derzeit plant das DRK zudem eine Veranstaltung mit DRK-Expert*innen im Mai 2021 (sog. Fokus-Gruppe), mit denen die Auswertungsberichte diskutiert werden sollen. Hieraus soll dann wiederum ein Entwurf für ein Fähigkeits- und Bedarfsprofil Katastrophenschutz abgeleitet werden. (tw)

Foto: Adobe Stock/CrazyCloud

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