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Die Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung der dezentralen häuslichen Versorgung Pflegebedürftiger im Krisen- und Katastrophenfall werden bisher kaum wahrgenommen. Das haben die Wissenschaftler:innen des Forschungsprojekts AUPIK jetzt im Rahmen eines Workshops beim Kongress Armut und Gesundheit 2022 erklärt. Die IST-Analyse des mehrstufigen Forschungsprozesses habe bereits Ergebnisse produziert: Weder ambulante Pflegedienste noch Einheiten des Katastrophenschutzes könnten in einer größeren Krise oder Katastrophe gesichert allein die pflegerische Versorgung leisten, so die Konsortialpartner:innen beim Termin am 24. März. Moderiert und inhaltlich gestaltet wurde der Workshop von Prof. Michael Ewers, Direktor des Instituts für Gesundheits und Pflegewissenschaften (IGPW) der Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Dr. Heidi Oschmiansky vom Team Sicherheitsforschung und Innovationstransfer im Generalsekreteriat des Deutschen Roten Kreuzes. Weitere Beiträge aus dem Konsortium kamen von Dr. Yvonne Lehmann (ebenfalls IGPW) sowie Marco Krüger und Katharina Wezel vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) an der Universität Tübingen.

Es sei dringend notwendig, die Zusammenarbeit der Gesundheits- und Pflegedienste, des Katastrophenschutzes sowie von Behörden der Länder und Kommunen zu verbessern. Dies erweise sich jedoch wegen mangelnder Problemwahrnehmung, zersplitterter Strukturen und einer fehlenden Kultur der Kooperation als kompliziert. Es sei dringend notwendig, das Risikobewusstsein der Akteur:innen zu erhöhen. Mitarbeiter:innen in Gesundheits- und Pflegediensten, Pflegebedürftige und ihr soziales Umfeld, die verschiedenen Interessengruppen und Verantwortungsträger:innen sowie die Gesellschaft insgesamt müssten Widerstandsfähigkeiten entwickeln, sind sich die Wissenschaftler:innen einig.

Ausgerichtet wird der Kongress von Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. Mitveranstalter sind neben der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH) e. V. und der Berlin School of Public Health (BSPH) auch das BerlinHECOR und der Fachbereich Arbeitslehre, Technik und Partizipation der Technischen Universität Berlin. Zahlreiche Partner*innen unterstützen den Kongress Armut und Gesundheit.

Im Verlauf von insgesamt drei Kongresstagen wurden über 100 Veranstaltungen in digitaler Form umgesetzt. Mehr als 2.000 Teilnehmende, darunter mehr als 500 Referierende, nahmen an den Diskussionen teil. Vertreter:innen aus Wissenschaft und Praxis, Politik und Zivilgesellschaft entwickelten gemeinsam neue Perspektiven auf Fragen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit. Neue Studien, Erkenntnisse und Erfahrungswerte aus verschiedenen Fachbereichen wurden vorgestellt und diskutiert. Das AUPIK Konsortium leistete mit dem Panel einen Beitrag zur Stärkung der pflegerischen Versorgungssicherheit in Krisen und Katastrophen und der Förderung des Themas Katastrophenschutz im Public Health Diskurs. Der Kongress, 1995 aus einer studentischen Initiative entstanden, will sich dabei auch im 27. Jahr seines Bestehens als einen Ort für Austausch, Inspiration und Innovation verstehen, als Plattform für Vermittlung und Vernetzung.

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