Rathaus

Handlungsempfehlungen

  • Kommunen sind die Ansprechpartner*innen vor Ort, wenn es darum geht sozialräumliche Vernetzung zu ermöglichen. Das erfordert ein aktives Management sowie die Bereitstellung entsprechender Ressourcen. Dabei gibt es keine Einheitslösung. Welche Maßnahmen nötig und sinnvoll sind, hängt den Strukturen der einzelnen Sozialräume ab. In diesem Sinne können gerade in größeren Kommunen Randbezirke ganz andere Ansätze als innenstädtische Quartiere erfordern. Die Steuerung dieser Ansätze, die Evaluation der Ergebnisse und die Verbindung der unterschiedlichen sozialräumlichen Akteur*innen funktionieren am besten auf kommunaler Ebene. 
  • Kommunen können dazu auch als Unterstützer der sozialräumlichen Ebene dienen und den Transfer von bewährten Praxisbeispielen zur Resilienzsteigerung auf die sozialräumliche Ebene gewährleisten sowie ihre Umsetzbarkeit vor Ort besprechen.
  • Stärkung eines aktiven Vereinslebens.
  • Auf kommunaler Ebene kommen Zuständigkeiten im sozialen Bereich und im Katastrophenschutz zusammen. Die vor Ort agierenden Institutionen arbeiten häufig jedoch eher nebeneinander als miteinander. Bereits hier sollte jedoch institutionelle Vernetzung ansetzen. Insofern gilt es bereits vor Ort regelmäßige Austauschräume zwischen der unteren Katastrophenschutzbehörde und den sozialen Verwaltungsstrukturen zu schaffen. 
  • Positivbeispiele dieser institutionellen Vernetzung aber auch einer guten Förderung sozialräumlicher Vernetzung können durch Kommunen über Strukturen des Städte- und Gemeindetages aber auch auf übergeordnete Verwaltungsebenen (siehe: Praxisbeispiele des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) verbreitet werden. 
  • Schaffung einer Anlaufstelle für ambulante Pflegedienste und andere Akteur*innen des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes zur Unterstützung der Katastrophenvorsorge bei diesen Akteur*innen sowie zur Vernetzung mit den kommunalen Strukturen.
  • Kommunen verfügen über unterschiedlich große finanzielle Spielräume. Deshalb kann es sinnvoll sein, Förderprogramme (bpsw. das Programm Sozialer Zusammenhalt des BMWSB) für die Finanzierung solcher resilienzsteigernder Quartiersentwicklungen in Anspruch zu nehmen.
  • Die stärkere Vernetzung innerhalb der Verwaltungsstrukturen setzt Synergien frei und kann insofern sogar dabei helfen, Ressourcen effizienter zu nutzen.
  • Die stärkere institutionelle Vernetzung innerhalb von Kommunen schafft Verständnis in den unterschiedlichen Fachbereichen. Zudem hilft diese Vernetzung zu überprüfen, ob die jeweiligen Erwartungshaltungen mit den entsprechenden Ressourcen unterfüttert sind. 
  • Die Kommune kann durch die Bereitstellung von Vernetzungsforen zwischen verschiedenen kommunalen Akteur*innen aus Katastrophenschutz, Pflege, Quartiersmanagement und Sozialarbeit Verständnis neben belastbaren Netzwerken auch gegenseitiges Verständnis schaffen. Dies ist der Ausgangspunkt für lokal erarbeitete Resilienzmaßnahmen.
  • Durch eine Förderung der Vernetzung von unterer Katastrophenschutzbehörde und sozialen Fachbereichen werden Fragen der Katastrophenvorsorge über den engen Fachbereich des Katastrophenschutzes hinaus bekannt. Dies institutionalisiert Katastrophenvorsorge in den Verwaltungsstrukturen. 
  • Die fortwährende Evaluation von Quartiersmanagementmaßnahmen ermöglicht es die Institutionalisierung von Katastrophenvorsorge in den Sozialräumen voranzutreiben.
  • Die Vorhaltung einer Liste von ambulanten Pflegediensten erleichtert die Kontaktaufnahme im Krisenfall (insbesondere angesichts der geringen Institutionalisierung des Pflegebereichs)
  • Eine zentrale Ressource in der Bewältigung von Katastrophen sind resiliente Verwaltungen. Insofern sollten genügend Mitarbeiter*innen dieser Strukturen in der Stabsrahmenarbeit geschult sein. Darüber hinaus ist die Einbeziehung einer Fachberatung Pflege (durch eine pflegekundige Person) in diese Stabsstrukturen zu erwägen.